Nacken
Nackenschmerzen
Nackenschmerzen lösen: Ursachen verstehen & aktiv gegensteuern
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Sie haben oder kennen jemanden mit nackenschmerzen?
Definition und Klassifikation
Wie entsteht die Problematik?
Was können Sie als Patient oder Arzt bei/von uns erwarten?
Lieber Kunde, Patient und/oder (Fach)Arzt,
Mit dieser Seite möchten wir Ihnen einen Einblick in das Thema Nackenschmerzen gewähren, auf dessen Problematik verweisen, unser entsprechendes Vorgehen schildern und unsere Behandlungsmethode erläutern. Hierfür beziehen wir uns ausschließlich auf wissenschaftliche Studien und unsere jahrelange Erfahrung in der Praxis. Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, sich bereits im Vorhinein besser über die Thematik informieren und offene Fragen oder mögliche Unsicherheiten klären zu können, um so zu verstehen, was eigentlich hinter dieser Thematik steckt.
Jeder kennt Nackenschmerzen oder jemanden, der vielleicht längere Zeit darunter gelitten hat. Circa 70% der Weltbevölkerung erfährt im Laufe ihres Lebens Nackenschmerzen. Nackenschmerzen ist eine der häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen des Bewegungsapparates in der westlichen Gesellschaft. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nackenschmerzen chronisch werden ist relativ hoch und liegt bei 15 – 19%.
Trotz der Tatsache, dass Nackenschmerzen komplex sind und immer von vielen Faktoren beeinflusst werden, sind diese meist nicht (lebens-)gefährlich. Zusätzlich haben Nackenschmerzen eine verhältnismäßig hohe Wahrscheinlichkeit auch ohne Therapie wieder zu verschwinden. In den meisten Fällen innerhalb von zwei Monaten.
Damit sie im Falle von Nackenschmerzen nun nicht direkt in Panik verfallen, wollen wir auf dieser Seite Näheres dazu anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse erklären, aber auch mit einigen hartnäckigen Mythen rund um dieses Thema aufräumen.
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Definition und klassifikation
Der Begriff “Nackenschmerzen” ist ein sehr weit gefasster Begriff. Wir sprechen hierbei nicht über Erkrankungen wie Arthrose, Osteoporose oder Sarkopenie (altersbedingter Muskelschwund), bei denen die Ursache der Beschwerden schnell ersichtlich ist. Es umschreibt einen Schmerzort, an dem die Ursachen und Symptome nicht klar abgrenzbar sind. Nackenschmerzen werden dabei in unspezifische Nackenschmerzen und spezifische Nackenschmerzen unterteilt. Unspezifische Nackenschmerzen sind Schmerzen ohne eine strukturelle, anatomische Ursache. Diese betreffen ca. 90% aller Patienten. Die spezifischen Nackenschmerzen werden in Patienten mit neurologischen Symptomen und Nackenschmerzen mit ernsthaften Erkrankungen unterteilt, jedoch trifft dies nur auf einen kleinen Anteil zu.
Unspezifisch ohne strukturelle Schädigung – Ca. 90% der Fälle
Der Großteil der Patienten, welche unter Nackenschmerzen leiden entstehen ohne, dass es eine klare anatomische Veränderung gibt welche den Schmerzen verursacht. Auch Röntgen oder MRT und CT-Untersuchungen können zwar Veränderungen aufweisen, jedoch sind diese in den meisten Fällen nicht die ursächlichen Auslöser für den Schmerz, sondern eher altersbedingte Veränderungen. So wie unsere Haut falten bekommt, wenn wir älter werden, verändert sich auch unser Körperinneres. Widerlegt wird diese Begründung damit, dass 90% der Menschen ohne Beschwerden bei denen willkürlich ein MRT durchgeführt wird, die gleichen Veränderungen aufweisen.
Spezifisch mit neurologischen Symptomen – Ca. 8 – 9% der Fälle
Diese Patientengruppe gibt an unter Taubheitsgefühl oder teils Muskellähmungen zu leiden. Hierfür können zum Beispiel Irritationen des Nervs oder Bandscheibenvorfälle mit Kompression auf den Nerven verantwortlich sein. Trotzdem können auch diese Patienten unter einer engmaschigen Kontrolle der Symptome konservativ behandelt werden.
Spezifisch mit schwerwiegenden Erkrankungen – Ca. 1 – 2% der Fälle
Die seltenste Ursache hinter Nackenschmerzen sind ernsthafte Erkrankungen, welchen einen medizinischen Behandlungsbedarf oder weitere Untersuchungen bedarf. Trotzdem sollte an dieser Stelle nochmals betont werden, dass es nur sehr selten vorkommt.
Manche Autoren führen noch zwei weitere Unterteilungen an:
Traumatisch . In den meisten Fällen durch ein sogenanntes „Schleuder Trauma“ ausgelöst. Ein Schleuder Trauma beschreibt, dass plötzliche nach vor und hinten bewegen des Kopfes während des Aufpralls bei einem Verkehrsunfall.
Nicht-traumatisch . Darunter fallen die Punkte von unspezifischen und spezifischen Nackenschmerzen mit neurologischen Symptomen. Nur gibt es kein auslösendes Ereignis, welches die Beschwerden ausgelöst hat.
Da Patienten mit unspezifischen Nackenschmerzen den größten Teil der Nackenschmerzpatienten ausmacht, werden wir uns, sofern nicht anders angegeben, auf diese Patientengruppe beziehen.
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Wie entsteht die problematik?
Ähnlich wie bei Rückenschmerzen kann es auch bei unspezifischen Nackenschmerzen keinen klaren Auslöser für das Problem geben. Viel mehr wird das Zusammenspiel aus verschiedenen Kontextbereichen dafür verantwortlich gemacht, dass Nackenschmerzen, Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen und Unwohlsein entstehen.
Schmerzen entstehen immer dann, wenn unser Nervensystem zur Einschätzung gekommen ist, dass eine Bedrohung für den Organismus besteht. Folglich können alle Faktoren welche Bedrohungspotential für uns haben wie zum Beispiel Gewebeveränderungen, Stress, Schlafstörungen und ein dauerhaft aktives Immunsystem zum Schmerz beitragen.
Je nach Individuum, Entstehungsweise, Lebensstil und Vorgeschichte können die oben genannten Risikofaktoren eine unterschiedliche Rolle spielen in der Entstehung und Instandhaltung von Nackenschmerzen. Siehe die hier unten aufgelisteten Bilder für eine visuelle Verdeutlichung hiervon.
Gewebepathologien (z.B. Verlust der Muskelmasse)
Reaktion des Immunsystems
Körpergewicht und Fettmasse
Nebenerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, etc.
Nackenschmerzen in der Vergangenheit
Hohe empfundene Muskelspannung
Kinesiophobie (Angst vor Bewegung)
Geringe Selbstwirksamkeit
Büroarbeiter sind häufiger betroffen (bis zu 63,3% häufiger) 5
Oft werden entstehende Beschwerden damit in Verbindung gesetzt, dass eine Überlastung stattgefunden hat. Vielmehr liegt jedoch das Problem darin, dass unser Körper minder belastbar geworden ist durch verschiedene Faktoren und es somit schneller zu Überlastungsproblemen kommt.
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Symptome
Aufgrund der Tatsache, dass Nackenschmerzen von mehreren Bereichen beeinflusst werden, sind auch die damit verbundenen Einschränkungen und Beschwerden sehr individuell und variieren somit stark zwischen den einzelnen Personen. Hier haben wir einige Beispiele der häufigsten Symptome aufgelistet:
Eingeschränkte Beweglichkeit
Plötzlich stechender Schmerz
(Dauer)Schmerz bei Belastung und/oder in Ruhe
Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine
Kribbeln und Taubheitserscheinungen
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Diagnostik
Für eine adäquate Diagnosestellung können drei Untersuchungsmethoden durchgeführt werden. Ziel davon ist es, die Einteilung der Nackenschmerzen in den oben genannten Subgruppen abzuklären und mögliche schwerwiegende Ursachen welche nicht im Rahmen der Physiotherapie behandelt werden können, zu erkennen.
Das Anamnesegespräch. Hier werden Fragen bezüglich der vorhandenen Problematik(en) gestellt, sowie des Verlaufs und der körperlichen Einschränkungen
Die körperliche Untersuchung, bei der verschiedene Bewegungen, Funktionen sowie Schmerz Provokations- und Reduktionstests durchgeführt werden.
Falls erforderlich, kann eine bildgebende Diagnostik in Form von Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung durchgeführt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die ersten beiden Untersuchungsmethoden immer durchgeführt werden sollten und dass das Letzte, die bildgebende Diagnostik, optional ist und nur bei Verdacht auf ernsthafte (spezifische) Erkrankungen ärztlich angeordnet und durchgeführt werden sollte.
1. Es werden sehr oft Fehlalarme ausgelöst. Man wird auf Bildern immer einen „Grund“ für ihre Beschwerden finden, welcher allerdings oftmals nicht als alleiniger Schmerzgenerator in Frage kommt. Menschen ohne Nackenschmerzen weisen in MRT-Befunden nämlich genauso viele Veränderungen (wie Arthrose, Bandscheibenauffälligkeiten, etc.) auf. Dies trifft nicht nur bezüglich der Wirbelsäule zu, sondern für alle Gelenke. Siehe hierfür auch die Grafik hier unten.
Quelle: Physio Meets Science
2. Es gibt eine hohe Variabilität in der Interpretation dessen, was auf ihnen zu sehen ist. Eine 2017 durchgeführt Studie unterstreicht dies bei einem Patienten mit stabilen, aber chronischen Rückenschmerzen, bei dem innerhalb von 3 Wochen 10 verschiedene Untersuchungen in 10 verschiedenen Zentren durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser 10 Scans wiesen auf 49 verschiedene Probleme hin, wobei KEIN einziger dieser Befunde von ALLEN Radiologen angegeben wurde. Was der Radiologe auf einem Scan als einen Bandscheibenvorfall interpretiert, kann für einen anderen Radiologen eine degenerative Bandscheibenerkrankung sein.
Dies alles soll nicht heißen, dass bildgebende Diagnostik nutzlos ist oder sie nie verwendet werden soll. Wie bereits erwähnt, sollten diese Verfahren definitiv Anwendung finden, wenn ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Hier sind MRT-, CT- und Röntgenuntersuchungen von unschätzbarem Wert, um eine schnelle und genaue Diagnose zu stellen und eine schnelle Behandlung zu ermöglichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei Nackenschmerzen eine spezifische und/oder schwerwiegende Erkrankung vorliegt, liegt allerdings bei 2%.
Die unsachgemäße Anordnung und Verwendung von Scans kann zu unnötigen Sorgen und Problemen führen, die mehr schaden als nützen. Eine Untersuchung von über 57.000 älteren Menschen mit Rückenschmerzen ohne Anzeichen oder Hinweise auf ernsthafte oder unheilvolle Pathologie zeigt dies. Bei 46% von ihnen wurde ohne wirklichen, klinischen Grund eine frühzeitige Bildgebung durchgeführt und es wurde festgestellt, dass sie länger starke Schmerzmittel in höheren Dosen einnahmen, mehr Injektionen und Operationen erhielten und auch ein höheres Risiko für langfristig anhaltende Schmerzen hatten als diejenigen, die sich nicht untersuchen ließen.
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Mythen
Sichtbare Probleme auf dem MRT heißen ich muss Schmerzen haben.
Leider ist das in der Realität nicht so einfach. Studien zeigen das nur 10% der Menschen mit einer deutlichen HWS Degeneration Schmerzen in der Schulter und im Nackenbereich haben. Auch bei Bandscheibenvorfällen zeigt sich ein ähnliches Bild. 90% der Menschen ohne Beschwerden, bei denen ein MRT durchgeführt wurde, zeigen eine Bandscheibenvorwölbung. Es lässt sich die Tendenz erkennen, dass die Häufigkeit von Nackenschmerzen im Alter abnimmt, allerdings nehmen dafür die Veränderungen in Bildgebenden Verfahren zu. Das führt zu dem Schluss, dass Veränderungen an der Wirbelsäule eine normale Alterungserscheinung sind und oft als “Falten an der Wirbelsäule” angesehen werden können.
Von „krummer“ Haltung bekommt man Nackenschmerzen.
Auch wenn regelmäßig von einem Zusammenhang zwischen Nackenschmerzen und einer krummen Körperhaltung gesprochen wird, zeigt sich, dass die Haltung beim Sitzen oder beim Schreiben auf dem Smartphone keinen Einfluss auf den Schmerz hat, da diese genauso oft Schmerzen angeben wie jene, die gerade sitzen. Allerdings zeigt sich, dass eine regelmäßige Variation der Körperhaltung am besten gegen Schmerzen hilft. Daraus ergibt sich unser Merkspruch: „Your best posture is your next posture!“ oder in Deutsch: „Ihre nächste Haltung ist ihre beste Halung!“.
Wichtig zu erwähnen ist, dass unsere Körperhaltung sich oft an die Aktivitäten in unserem Alltag anpasst. Hier unten sieht man zwei Kampfsportler, bei denen man sagen könnte, dass beide keine “optimale” Haltung haben (Kopf steht nach vorne, Schultern stehen nach vorne, Rundrücken). Beide Spitzensportler werden keine Probleme damit haben und eher einen Vorteil aus dieser Körperhaltung ziehen können.
Quelle: Twitter MMAFighting.com
Verspannte Nackenmuskulatur muss entspannt und massiert werden.
Einerseits zeigt die Wissenschaft, dass eine Massage wenig, bis keinen Einfluss auf die Muskulatur und das Bindegewebe hat. Andererseits ist ein verspannter Muskel immer auch ein schwacher Muskel, weshalb die Behandlung für verspannte Muskulatur eine aktive Komponente (in Form von Übungen / Training) beinhalten soll.
Der Nacken ist schwach und ein fragiles Körperteil
Mit entsprechendem Training kann der Nacken ein sehr starkes und widerstandsfähiges Körperteil sein. Dies zeigen Untersuchungen im Autosport. Beim Demolition Derby crashen Fahrer pro Event im Durchschnitt ca. 52 Mal mit einer maximalen Geschwindigkeit von ca. 72 km/h. Im Durchschnitt geben die Fahrer an weniger als 21 Tage an Nackenschmerzen nach dem Crash zu leiden. Des weiteren berichtet keiner von den Fahrern über eine Chronifizierung der Nackenschmerzen aufgrund der Crashes.
Da ist ein Wirbel blockiert
Wie bereits weiter oben im Text beschrieben wird, ist es bei unspezifischen Nackenschmerzen der Fall, dass es oft keinen anatomischen Zusammenhang zu den Schmerzen gibt. Unser Nervensystem entscheidet bewusst den Muskel anzuspannen oder verkrampfen, welches sich subjektiv wie eine Blockade oder Bewegungseinschränkung äußern kann.
Mein Wirbel muss wieder eingerenkt werden.
Viele Patienten sind der Meinung, dass man bei Nackenschmerzen einen oder mehrere Wirbel wieder “einrenken” muss (in Fachsprache auch eine Gelenkmanipulation genannt), um Beschwerden zu lindern. Oft wird dabei gedacht, dass das Einrenken und das damit verbundene Knacken zu einer Verschiebung der Wirbel führt. Obwohl eine Manipulation kurzfristig zu einer Schmerzerleichterung und Verbesserung der Beweglichkeit führen kann, hat dies definitiv nicht damit zu tun, dass sich einer oder mehrere Wirbel verschoben haben und sich wieder in der richtigen Position befinden.
Um endgültig herauszufinden, was das Knacken verursacht, haben Forscher das Knackgeräusch unter einem Live-MRT untersucht. Vereinfacht erklärt, kommt es zu folgender Situation:
Zwei Flächen haften aneinander in einem flüssigkeitsgefüllten Raum.
Werden beide Flächen voneinander entfernt, widerstehen sie initial diesem Zug.
Ab einem gewissen Schlüsselpunkt kommt es zu einer Überwindung des Widerstands und einer sehr schnellen Entfernung der Flächen voneinander.
Dadurch entsteht ein Unterdruck, die die Löslichkeit des Gases reduziert und zur Entstehung von Gasblasen führt.
Sobald es keine Zugkraft mehr gibt, steigt der Gelenk Innendruck wieder und das Gas geht zurück in die Lösung, ohne zu zerplatzen.
Das Video hier unten erklärt den Knack-Mechanismus etwas ausführlicher. Es ist zwar auf Englisch, man kann aber deutsche Untertitel einstellen. Rechts unten kann man auf “Untertitel” klicken und wenn man daneben auf “Einstellungen” klickt, kann man die Sprache einstellen.
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Operation? Ja oder Nein?
Bei der absoluten Mehrzahl der Nackenschmerzpatienten in eine Operation nicht sinnvoll. Nur in den seltenen Fällen von spezifischen Nackenschmerzen aufgrund schwerwiegender Erkrankungen könnte eine Operation angebracht sein. Anhand des heutigen Wissenstands sollte bei unspezifischen Nackenschmerzen eine Therapie erstmal konservativ behandelt werden.
Patienten haben oftmals ungünstige Überzeugungen, was die Wirkung einer Operation bei Nackenschmerzen betrifft. So geben 50% einer Untersuchungen, dass sie einer Operation zustimmen würden, sobald auf einer Bildgebung wie MRT oder CT eine „krankhafte“ Veränderung zu sehen wäre.
Gleichzeitig wissen wir aber, dass augenscheinlich „krankhafte“ Veränderungen der Gelenke und Strukturen des Nackens bei 90% der beschwerdefreien Menschen auch zu finden sind. Diese aber mehr als „Falten des Körperinneren“ interpretiert werden sollten.
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Was können sie als patient oder arzt bei/von uns erwarten?
Wie bei jedem unserer (neuen) Patienten, erwartet sie zu Beginn der ersten Therapiesitzung ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem unserer Therapeuten, um für die Therapie relevante Information zu evaluieren. Danach wird eine gründliche Untersuchung durch den Therapeuten vorgenommen, um den aktuellen Rehabilitationsstand genauestens festlegen zu können. Darüber hinaus werden Risikofaktoren identifiziert und werden wir nach klinischen Zeichen und Symptomen fragen, die möglicherweise auf eine spezifische Nackenerkrankung hindeuten können. Diese klinischen Zeichen und Symptome nennen wir auch “Red Flags” und beinhalten u.a. die medizinische Vorgeschichte, Blasen-/Darmsymptome, motorische Schwäche oder Empfindungsstörungen im Beinbereich, Fieber und/oder nächtliche Schweißausbrüche, unerklärlicher Gewichtsverlust, etc. Sollte anhand des Anamnesegesprächs oder während der körperlichen Untersuchung der Verdacht bestehen, dass man auf eine oder mehrere Red Flags trifft, werden wir Sie an den behandelnden Arzt zurückverweisen, aber wie bereits erwähnt, ist dies nur in den wenigsten Fällen der Fall.
Es wird gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Anforderungsprofil erstellt, welches speziell auf die täglichen Anforderungen im Leben des Patienten abgestimmt ist. Ziel ist es, einen klar objektiv definierten IST-Standpunkt zu gestalten und mittels erster Planungen den zu erreichenden Soll-Zustand zu formulieren. Dieser Weg wird durch den Transfer der Therapie stattfinden und laufend neu motorisiert und evaluiert, um zu jedem Zeitpunkt über den aktuellen Leistungszustand des Patienten informiert zu sein.
Um diese Art der Methodik noch effizienter zu gestalten und das volle Potenzial aus der Behandlung schöpfen zu können, bieten wir ihnen optional die Möglichkeit der erweiterten Therapiezeit an. Ziel dieser Zusatzleistung ist es, unser Behandlungspotential voll auszuschöpfen, eine qualitativ hochwertige Therapie zu garantieren und damit das Therapieergebnis zu optimieren. Durch das erweiterte Konzept können unsere Therapeuten deshalb noch effizienter an dem Therapieprozess arbeiten.
UNSER VORGEHENSWEISE BEI NACKENSCHMERZEN
Wie sie mittlerweile vernommen haben, sind Nackenschmerzen von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und treten sehr häufig auf. Ebenso komplex gestaltet sich die Behandlung von Nackenschmerzen. Diese Information sollte sie absolut nicht verunsichern, sie verdeutlicht aber nochmal, dass es keine Standardbehandlung bei Nackenschmerzen gibt.
Unterstützt von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Leitlinien legen wir für die Behandlung von Nackenschmerzen den Fokus auf eine aktive Therapie, wobei eine (regelmäßige) körperliche Aktivität und Verhaltensanpassung im Vordergrund stehen. Durch die Anwendung dieser Hauptmaßnahmen können sie als Patient ihre Gesundheit selbständig unterstützen und präventiv mitwirken.
Insbesondere die Maßnahme der Patientenedukation mittels Erklärung und Beratung sehen wir als sehr wichtig. Hierfür nehmen wir uns während des Behandlungsverlaufs viel Zeit und unter anderem zu diesem Zweck haben wir diese Seite entwickelt, um sie noch besser informieren und beraten zu können. Übergeordnetes Ziel in der Behandlung von Nackenschmerzen ist es, den Patienten einen selbstwirksamen Ansatz zu geben, um die Belastbarkeit gegen äußere Stressoren zu erhöhen. Durch einen gesunden Lebensstil, ausreichende Regeneration und regelmäßige körperliche Aktivität, kann die Stressresistenz im Alltag und somit die Belastbarkeit gesteigert werden. Auch das Selbstmanagement zur Reduzierung der individuellen Risikofaktoren, welchen „den Schmerzbecher zum Überlaufen bringen“ sollten angepasst und minimiert werden.
Als ergänzende Maßnahme zur aktiven Therapie können bei Bedarf Techniken aus der manuellen Therapie (bekannte Beispiele hierzu sind Mobilisationen oder Manipulationen der Wirbelsäule) oder Osteopathie hinzugezogen werden. Hier sei aber erwähnt, dass es sich bei diesen Behandlungsmethoden lediglich um ergänzende Maßnahmen handelt. Meistens wird die Voraussetzung für eine aktive Therapie geschaffen.
Sowohl die Wissenschaft als auch unsere Erfahrung zeigen, dass eine (dauerhafte) Umsetzung von passiven Behandlungsmethoden bei Nackenschmerzen kurzfristig Schmerzen reduzieren und/oder die Beweglichkeit verbessern kann, dies jedoch langfristig meistens nicht der Fall ist. Dies führt oft dazu, dass Patienten berichten, dass es in den ersten Tagen nach der Behandlung besser geht, danach aber die Beschwerden zunehmen und die nächste Behandlung wieder gebraucht wird. Somit kann eine Abhängigkeit vom Therapeuten entstehen. Dieses Problem hat man bei einer aktiven Behandlung nicht, weil 1) die Effekte der Behandlung generell länger anhalten und 2) der Patient in der Lage ist, diese Art der Behandlung selbständig, außerhalb der Therapie weiterzuführen.
Eine Massage wird nicht oft (als ergänzende Maßnahme) bei uns durchgeführt, da die Wissenschaft in den letzten Jahren gezeigt hat, dass eine Massage bei Nackenschmerzen nicht so wirksam ist wie früher angenommen wurde. Dies wird unterstützt von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Leitlinien, die sogar von einer Massagetherapie bei Nackenschmerzen abraten.
PARADIGMENWECHSEL IN DER BEHANDLUNG VON NACKENSCHMERZEN
Wie Ihnen vielleicht bereits aufgefallen ist, gehen wir in der Physiotherapie mit Nackenschmerzen etwas anders um, als man es vielleicht von Physiotherapeuten gewohnt ist. Viele Patienten mit Nackenschmerzen denken, sobald sie eine Verordnung für Physiotherapie haben, dass sie 6x Massagetherapie bekommen, auch wenn auf dem Rezept “Kranken gymnastik ” steht. Wir streben einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Nackenschmerzen an, und zwar steht bei uns, wie bereits erwähnt, ein aktiver Ansatz im Fokus statt einer passiven Behandlung.
Jetzt fragen sie sich natürlich, wie ein aktiver Ansatz in der Behandlung von Nackenschmerzen aussieht. Ganz genau können wir diese Frage nicht beantworten, denn Nackenschmerzen sind sehr individuell und die dadurch erfahrenen Einschränkungen, Schmerzen und Probleme variieren stark. Die aktive Therapie bei Nackenschmerzen wird bei uns oft nach den Leitlinien der International Academy for Sportscience gestaltet.
Sobald beurteilt worden ist ob dieses Konzept geeignet ist für den Patienten wird eine funktionelle Diagnostik durchgeführt. Während der funktionellen Diagnostik wird deutlich, welche Bewegungen und Aktivitäten schmerzhaft oder eingeschränkt sind und somit verantwortlich sind für Einschränkungen im Alltag, bei der Arbeit oder beim Sport. Genau diese Bewegungen werden während des weiteren Rehabilitationsverlaufs, im schmerzfreien Bewegungsbereich, wiederholt, wobei die Belastung in kleinen Schritten graduell erhöht wird. Hiermit wird die sogenannte spezifische Belastbarkeit verbessert: Die schmerzhaften Bewegungen werden mit der Zeit weniger schmerzhaft, weil unser Körper diesen Reiz, durch den spezifischen Trainingsprozess und dessen Anpassungen, besser vertragen kann. Durch die verbesserte spezifische Belastbarkeit haben wir einen direkten Einfluss auf Schmerzen und Einschränkungen und können wir diese nachhaltig reduzieren.
LASST UNS ZUSAMMEN DAS BESTE AUS IHRER THERAPIE RAUSHOLEN
Um ein optimales Therapieergebnis zu erreichen, ist eine gegenseitige Kooperation zwischen Therapeuten und Patienten notwendig. Mit dieser Seite möchten wir Ihnen eine ausführliche Übersicht bezüglich der Problematik verschaffen. Trotz der Häufigkeit von Nackenschmerzen gibt es im Allgemeinen eine sehr gute Prognose, wobei die meisten Nackenschmerzen, auch ohne Therapie, innerhalb von zwei Monaten wieder verschwinden. Wir zeigen ihnen den Weg und werden sie während ihres gesamten Therapieprozesses unterstützen. Wenn sie sich auf unsere Kompetenz verlassen, kooperieren und Selbstverantwortung zeigen, liegt ein vielversprechendes Ergebnis vor ihnen.
Bei diesem Blog handelt es sich um eine kostenlose Wissensvermittlung der betroffenen Krankheitsbilder. Da sich die Krankheitsbilder trotz klinischer Diagnosen häufig unterschiedlich in ihren Symptomen präsentieren können, bedarf es einer fachgerechten Abklärung. „Dadurch kann mit gezielten therapeutischen Maßnahmen an der individuellen Problematik gearbeitet werden.
Quellen
Quellenangaben
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